Ziel der Untersuchungen war die Abschätzung des Einflusses potenzieller Klimaänderungen auf die Bewirtschaftung der Talsperre Bautzen. Zu diesem Zweck wurde ein Wasserhaushaltsmodell für das Einzugsgebiet aufgebaut und anhand von beobachteten Abflüssen in der Spree, dem Hauptzufluss zur Talsperre, kalibriert. Mit dem kalibrierten Modell wurden Szenariorechnungen für die Dekaden 1991 bis 2000, 2041 bis 2050 und 2091 bis 2100 durchgeführt. Datengrundlage dafür bildeten Zeitreihen von Tageswerten meteorologischer Größen, die mit dem Regionalisierungsverfahren WEREX / WETTREG auf Basis von Ergebnissen des Modells ECHAM 5 (Szenario A1B) abgeleitet wurden.
Das Klimaänderungssignal bedingt einen signifikanten Abflussrückgang im Einzugsgebiet der Talsperre. Der mittlere Zufluss zur Talsperre verringert sich in den Szenarien für die Dekaden 2041 - 2050 und 2091 - 2100 gegenüber dem Ist-Zustand (Dekade 1991-2000) um 28 % bzw. 40 %. Infolge des reduzierten Talsperrenzuflusses kommt es in den Projektionsdekaden zu einer weitaus stärkeren Beanspruchung des Betriebsraumes und einer geringeren Sicherheit der Talsperrenabgabe als im Ist-Zustand.